Interviews
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Sozialer Serj Tankian - Ein Selbsterfahrungsbericht
In einem Kölner Hotel treffe ich den sympathischen Herren mit Ziegenbart. Serj Tankian trägt Jeans, einen dunklen Pulli und einen enorm langen kuschelig aussehenden Wollschal. Die winterlichen Temperaturen in unseren Gefilden scheinen dem amerikanischen Sänger mit armenischen Vorfahren nicht ganz zu behagen, doch das lässt er sich mit keiner Miene anmerken. Von sich aus kommt er auf mich zu und stellt sich vor: "Hi, I'm Serj. Thank you for being here." Dabei grinst er von einem Ohr bis zum anderen und sieht mit seinem Spitzbart ein wenig verschmitzt und "zwergig" aus - aber sympathisch. Ich hatte schon von vielen Seiten gehört, wie unglaublich nett der "System of a Down"-Frontmann sein soll, davon wollte ich mir in der folgenden halben Stunde selbst ein Bild machen.
Nachdem wir die Formalia geklärt, und ich bereits das erste Foto von ihm gemacht habe, erzähle ich ihm, dass ich da bin, um mit ihm über sein Projekt "Axis of Justice" zu sprechen, weniger, wie der Rest der Journalisten, mit denen er in den letzten Wochen in ganz Europa gesprochen hat, über sein neues Soloalbum "Elect the Dead". Sichtlich begeistert antwortet er: "Oh, great, I love talking about Axis of Justice". Und das ist keine leere Phrase: Immer wieder im Gespräch mit ihm unterbricht er sich selbst und bittet mich, meine Fragen zu stellen, er könne sonst endlos erzählen. Ich lasse ihn.... Weiterlesen.
"Ich habe alle Regeln gebrochen!"
Ende Juli 2007 lädt Warner Music zur Albumpräsentation der neuen Soloplatte von Serj Tankian in das Hamburger Museum Für Kunst und Gewerbe. Von Prunk und Historie des Gebäudes sichtlich begeistert, gibt mir der Sänger von System Of A Down, fernab der für Hamburger Verhältnisse tropischen Wetterlage, ein Interview, das weit über die Grenzen seiner ersten Soloplatte hinaus geht.
Die Plattenfirma hat sich mächtig ins Zeug gelegt und zur Albumpräsentation den güldenen Spiegelsaal im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gemietet. Nachdem Serj uns Journalisten das im Herbst erscheinende erste Soloalbum in einer für diesen Ort unverschämt hohen Lautstärke um die Ohren gehauen hat, geht es in einen kaum kleineren Raum zur Privataudienz.
Ich sitze auf einem Sofa am Ende des Raumes, als Serj Tankian sanft und geschmeidig über die 30 Meter Teppich zu mir herüber "schwebt". Ganz im Gegensatz zu den lautstarken und extrovertierten Performances seiner Band System Of A Down, treffe ich einen zuvorkommenden, elegant in schwarz gekleideten Gentleman. Trotzt seiner allgegenwärtigen Höflichkeit sprudeln die Worte in der nächsten halben Stunde nur so aus ihm heraus, der sauber getrimmte Kinnbart untermalt dabei perfekt den freundlich lächelnden Gesichtsausdruck meines Interviewpartners. Weiterlesen.